29. Etappe am 12.07.

Beim ersten Hahnenschrei quasi wache ich auf. Soll ich, oder soll ich nicht? Es wäre noch Zeit zum Sonnenaufgang ans Meer zu gehen und dann zu schwimmen.
Nachdem ich den Schlüsselbund erst noch suchen und auch noch zur Toilette muss, bin ich erst am Ende des Wegs durch die Pinien, als die noch rote Sonne schon über den Horizont aufgestiegen ist.

Und es geht auch nicht weiter, denn der Zugang zum Lido ist mit einem hohen Gittertor zugesperrt. Mehr als der Versuch eines Fotos ist nun nicht möglich. Da die Bar um die Zeit noch zugesperrt ist, hab ich auch kein WLAN um die Fotos des gestrigen Tags und das Tagebuch ins Internet zu bringen.
Also dann gibt es Frühstück und bis die Bar öffnet mache ich mich reisefertig.
Luigi verrät mir, dass sich das Passwort für das WLAN geändert hat. Vielleicht lag es ja daran, dass ich draußen keine Verbindung bekommen habe.
Benito macht mir noch einen Caffè doppio con latte und ich bekomme den Bericht für den Ruhetag schnell fertig. Benito kann auch den Port für die Zahlung mit Karte bedienen. Aber das Geld für den Caffè nimmt er lieber von mir in Bar.
Luigi erwartet, dass ich für Lido Athena Reklame mache, was hiermit ja auch schon passiert. Wer einige Tage am Strand ausruhen möchte ist um diese Zeit hier gut aufgehoben.
Die 75 km in gut 3 1/2 Std reiner Fahrzeit waren gar nicht so einsam, wie ich es mir vorgestellt hatte. Immer wieder gab es Ortschaften und die Strecke war ganz einfach zu navigieren: Meer, SS 106 oder Ortssdurchfahrten. Aber selten verwinkelt.
Nach Sibari rücken die Berge wieder dichter ans Meer.

Die SS 106 führt direkt an Ausgrabungen vorbei, wahrscheinlich griechischen Ursprungs.

Dann, nach dem Passieren einiger Orangenplantagen

endet plötzlich der Weg, aber für Räder und Fußgänger gibt’s ein Schlupfloch.


In dem dahinter liegenden Hafen ist nichts los aber einen nachts beleuchteten Heiligen als „Leuchtturm“.


Nach guten 20 km gibt’s eine erste Kaffeepause mit Cappuccino,

mit Blick auf das Meer

und die Gäste dort.


Die Kirche liegt auch an der Uferpromenade und macht für den täglichen Gottesdienst im Freien Werbung.


Der Torre S. Angelo aus der Spanischen Epoche im 16. Jahrhundert verschwindet fast in der Stadt.


Am Ende von Calopezuati mare fesselt ein überdimensionale Stierschädel aus Beton meinen Blick.

Wer hat sich das wohl vor Jahren einfallen lassen, ein Torero oder ein Metzger?
Ein paar Kilometer weiter thront ein Schlössle gegenüber einer Bauruine.


Den Weg unter der SS 106 hindurch fahre ich zweimal,

denn das Navi führt mich echt in eine Sackgasse.
Es sieht ja echt wie eine Kampfausrüstung aus, wie ich daher komme.


In der vorletzten Ortschaft vor Torreta werden Gipsfiguren verkauft, so einen Jesus sah ich auch schon in einem Kreisverkehr.

Hier wird versucht einen alten Spielplatz zu verschönern

oder einem Unterstand aus dem Krieg ein freundliches Gesicht zu geben.


Ungefähr so 12 km vor dem Ziel taucht plötzlich ein Zirkus mit Viermastzelt auf.

Das Städtle sieht von weitem echt malerisch aus, es gibt sogar schöne Bauruinen.

Am Eingang von Torreta ist auch ein sehr alter Olivenhain, allerdings gegenüber denen in Apulien hier mit Gras bewachsen.

Das Auffinden und Einchecken bie B&B Sole&Luna klappt wunderbar, denn die Vermieter wohnen oben im 2.OG. Das 1.OG ist B&B und im EG ist eine Abfüllanlage usw. weil hier lokale Spezialitäten, Liköre, hergestellt werden. Vielleicht kann mir Francesco von seinem Urlaub ja was mitbringen.
Der Strand ist hier schmal, aber das Bad im Meer tut gut!


Francesco freut sich, dass ich tatsächlich hier angekommen bin. Aldo, der Vermieter sagt, dass er Francesco kennt.
Aldo empfiehlt mir im Lido Nautilus zu essen, das bestätigt meine Auswahl aus Google Maps.
Nachdem ich geduscht habe suche ich mir in Crotone ein Quartier. Ein bischen teurer, aber es scheint echt schön zu sein. Es liegt etwas südlich von Crotone, aber es sind morgen nicht mal 60 km und ohne Berge. Eigentlich nur drei Stunden Fahrzeit – ich kann mir also Zeit lassen. Lieber fahre ich bis Reggio C einen Tag mehr. Wenn die Tage so verlaufen wie heute, dann ist es echt wie Urlaub. An die Hitze bin ich echt gut akklimatisiert.
Im Nautilus bin ich der erste Gast so gegen 20:45. Inzwischen kamen noch zwei Paare zum Essen. Das Abendessen ist hier echt spät. Als Gruß aus der Küche gibt’s eingelegte Pilze, die ordentlich scharf sind wg den Peperoni. Da bin ich echt froh, dass die Penne arrabiata nicht zu scharf sind, für mich genau richtig. Das Rindfleisch war suuuuper und auch die riesige Schüssel Salat mit Mais, Oliven, Tomaten, Mozzarella und Eisbergsalat war frisch und lecker. Aber es war viel – darauf einen Amaro regionale – Unterberg hätte es auch gegeben, doch schon a bissle versaut hier. Ich hab auch schon zwei Autos mit deutschen Kennzeichen gesehen, RS – Remscheid, SZ – Salzgitter!
Auch beim Einkauf heute ein Daimler mit Kennzeichen HD. Drei Autos an einem Tag, das sind so viele wie die letzten 4 Wochen zusammen.

Auf dem Weg zurück zum Quartier, gefällt mir dass Leben gezeigt wird, auch um 22 Uhr, und man gerade nicht den Eindruck hat, die Bürgersteige wären hoch geklappt. Es ist ein lebendiges Dorf, Torreta! Schade, dass ich morgen das nicht nochmal erleben kann, denn country roads, take me home, to the land, I belong….

Buona Notte

One Reply to “29. Etappe am 12.07.”

  1. …und wenn Du nach Hause kommst nach den heissen Temperaturen im Süden Italien dann wirst Du evtl. eine Runde frieren. Aber bis dahin ist hoffentlich die Sommergrippe-, Keuchhusten-, Magen-Darmwelle hier vorbei. Dann bist Du fit für den etwas kühleren Norden. Eigentlich könntest Du mit Deine ganz Berichte ein Reiseführer mit Empfehlungen schreiben für Italien.

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