32. Etappe am 15.07.

Beim Blick auf den Lido ist dieser nicht wiederzukommen: Um 1 Uhr noch voller Leben, jetzt bis auf die Läufer und Jogger wie ausgestorben. Tische und Stühle sind zusammengestellt, davon hab ich dank dem Rotwein nichts mitbekommen.

Die bereitgelegten Ohropax können für die nächsten Gäste liegen bleiben.
Das Bad im Meer, in dem klitzeklaren Wasser werde ich bald vermissen.

Bei dem Umgang mit Abfall ist es zwingend notwendig, dass sonntags morgens die Müllabfuhr funktioniert.

Das Frühstück ist ja nicht üppig, zumal ich das Brot mitnehme und nur Zwieback und „Croissant“ esse, zusammen mit der letzten Banane und dem Fruchtsaft. Die Vermieterin ist kurz vor 9 Uhr da, ich kann die Schlüssel abgeben und mich verabschieden. Dass mir der Aschenbecher runter gefallen ist und nun im Mülleimer liegt, darüber rede ich nicht.
Hinter Catanzaro Lido steigt die SS 106 erst einmal an. Zum Glück muss ich da nicht ganz hoch.

Aber sie führt zu einem herrlichen Aussichtspunkt.

Es ist auch eine Galleria mit fast 500 m zu befahren.

Da in der Galerie kein Randstreifen ist, fahre ich mit Licht auf der Fahrbahn. Als das erste Auto zum überholen ansetzt und deshalb hupt, erschrecke ich heftig, obwohl damit zu rechnen war.
Auf Brücken gibt es regelmäßig eine Fahrbahnverengung. 

Und davon gibt’s einige – maximal gibt es unten noch Pfützen aber kein fließendes Wasser. Inzwischen bin ich an der Küste der Seepferdchen – ippodamare. Das einzige, was ich heute finde, ist aus Metall.


Dann gastiert der Zirkus Royal mit Kamelen, Zebras, Eseln und Schimmel.

Ab und zu führt der Weg durch die Dörfer.  Und in der Contrada Vatro 11 ist das Eingangstor mit Mohrenköpfen aus Porzellan verziert.


Kurz darauf wird die Provinz Reggio C angezeigt, die letzte Provinz, die ich mit dem E-Bike befahren werde.


Kurz nach dem Leuchtturm

noch eine Anmerkung zum Straßenbau: wenn in einer Linkskurve rechts der Straßengraben ist, dann kann der so tief sein wie er will, da fließt von der Straße kein Wasser rein.

Hier im Bild passt es ja, aber der Auftrag an Asphalt ist exorbitant!
Die Gegend ist sonst etwas öd, mal Oliven, mal Orangen, aber nicht im großen Stil! Dafür jede Menge Abfall und Schrott, bis hin zum Cinquecento!


Die Schweizer, die ich am Bahnübergang bei Roccella Ionica traf,

waren nicht gesprächig, als ich versuchte ins Gespräch zu kommen. Am Fuß der Kirche und des Castello

gibt’s nochmals Caffè doppio und Wasser, bevor die letzten 10 km angegangen werden.

Kurz vor Siderno ist am Weg in Gioiosa Jonica  noch ein Museo Antico

zu bestaunen und ein alter Wehrturm.
Andrea – männlich – nimmt mich dann in Empfang beim „B&B zia laila“ und drückt mir gleich die Quittung in die Hand.
Mein Zimmer ist sehr geräumig und hoch.

Küche ist gemeinsam mit den anderen Zimmern, das Bad gegenüber ist für mich alleine.
Das Endspiel bei der WM ist interessant und hat in Frankreich den verdienten Sieger, auch wenn ich in der Familie mit der Meinung Minderheitenschutz beantragen muss 😆.
Jetzt muss ich nur noch die Vorräte auffüllen und Abendessen. Im IPERCOOP  finde ich doch tatsächlich eine ARENA-Badehose als Ersatz für die, die in Crotone auf der Wäscheleine hängen geblieben ist. Und meine Sandalen schwächeln.

Ich habe mich schon mehrfach gewundert, dass ich mit der Sohle hängen blieb. Dass sich das Profil vom Schuh löst, das sah ich erst, als ich mir von GEOX neue gekauft hatte. Schuhe 55€ , Badehose 15,37€ ! Da war ich einverstanden.
Lungo al mare gibt’s heute Abend eine Pizza Siciliana mit Kapern, Anchovis und Oliven. Es waren grüne Oliven, zu viel Käse und zu wenig/zu schlechte  Kapern ABER für 10€ mit 1/2 l Weißwein und 0,5l Wasser. Schlecht war die Pizza nicht, ich hatte halt schon mal eine bessere.
Und jetzt wird es Zeit, dass ich ins Zimmer komme und den Rosato aus dem Eisfach hole. Es ist windstill bei 25 Grad um 22 Uhr. Und auf dem Heimweg schaffe ich es, das Quartier zu finden, ohne mit dem Smartphone zu navigieren.

2800 km liegen hinter und die letzten 100 km vor mir. Ich habe ja mehrfach Etappen über 100 km gefahren, aber jetzt zum Schluss muss das nicht sein, am Dienstag um die Mittagszeit in Reggio C zu sein, das reicht vollkommen. Jetzt könnte ich mir ja noch ein schönes Quartier 20 – 30 km vor Reggio C organisieren. Und so mache ich das!

One Reply to “32. Etappe am 15.07.”

  1. 2800 km ist eine Wahnsinssleistung! Du solltest Dir Deine Tour ins Guiness Buch der Rekorde anmelden. Oder wenigstens Dir aus alle Deine Etappenbeschreibungen und Erzählungen mit all den schöne Fotos eine Tourbuch erstellen. Dann muss Du später nicht alles im Internet anschauen, sondern hast etwas in der Hand. Aber vielleicht hast Du das ja schon vor.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.