33. Etappe am 16.07.

In der Nacht bin ich um 2 Uhr wach geworden, das Licht brannte und der Fernseher war aus. Ich bin wohl während des Wartens bis das Bild im Tagebuch hochgeladen wurde eingeschlafen. Es war auch noch ein Schluck Wein im Glas. Erstaunlicherweise wusste ich noch, was ich genau noch gemacht hatte und hab dann alles fertig gemacht. Der TV-Apparat hat offenbar so eine Funktion, dass wenn länger keine Taste gedrückt wird, dass er dann nach Rückftage ausschaltet.
Um halb Acht begegne ich Andrea, der die Brioche beim Bäcker geholt hat. Am Meer ist es ähnlich wie in Catanzaro Lido,  10 m vom Ufer kann ich nicht mehr stehen.

Der Strand ist eigentlich aus Kies, auf den man hinten relativ groben Sand aufgebracht? hat. Hier laufen die Italienerinen auch am Strand auf und ab, aber das Wasser in Brusthöhe. Kurz vor Acht kommen verstärkt Badegäste, um die besten Plätze an der Spiaggia libera in Beschlag zu nehmen: der Teenager mit der Nonna, Nonno + Nonna oder drei Generationen: Nonna, Mama + Bambini.
Ich staune nicht schlecht, als ich den Kühlschrank öffne: Gestern war der leer, nur meine Einkäufe drinn. Heute ist da Milch, Butter, Joghurt, Saft und Wasser.
Meine Einkäufe waren auf 2 Ebenen verteilt, ich hoffe, dass ich das Meine auch nur eingepackt habe. Um 10 Uhr geht es los, zur „Villa sul mare‘ in Melito di Porto Salvo, dem Ziel nahe. Es werden fast 80 km in 3:50 min.
Bevor ich Siderno verlasse, schau ich nochmal links und rechts des Weges, was mir so auffällt. Der riesige Gummibaum,

die Carabinieri beim Frühstück,

der Brunnen auf der Piazza del Risorgimento.

Dann geht’s Richtung Süden. An  der SS 106 wäre das Grand Hotel noch zu finden gewesen 😉.

Der Pinienwald anschließend gibt noch Schatten,

aber der Weg ist durch die Wurzeln wieder sehr holprig.

Und das queren durch das trockene Bachbett ist auch Teil des heutigen Programms.

Es bleibt erst mal eher flach, aber es geht nicht mehr ganz so eben und geradeaus wie gestern. In Ardore Marina ist ein Geschäft, das sich mit Motorroller hauptsächlich beschäftigt.

Dort darf ich meiner Schaltung noch ein bischen Öl spendieren. Das merke ich sofort! Der Zustand alter Gebäude in den Dörfern ist teilweise verehrend.

Andererseits baut man 500 m Strandpromenade, beleuchtet, irgendwie ins Nirgendwo, einziger Weg dorthin führt durch „ein Loch unter dem Bahndamm, durch den kein SUV passt.
Von dort geht es an einem Kap etwas höher hinauf, herrlich die Aussicht und die Farben des Meeres.

Und dann überquereich auch noch den 38. Breitengrad – die Orangen wissen sicherlich nichts dergleichen und der Hausbesitzer auf der anderen Seite eher auch nicht.


Sobald ich eine Trinkpause mache und einen o. zwei Schluck (1 Schluck = 0,5l) trinke, bricht mir gleich der Schweiß aus allen Poren.

Steigt man dann auf das Rad und fährt weiter, dann fühlt man die Wasserkühlung angenehm auf der Haut.
Ca. 10 km vor dem Ziel kann ich geschickt einkaufen und wieder 2 Schluck sofort trinken. Auch Wurst für Morgen und den Wein für den Abend.


Mit einem Eis – 2 Kugeln für 1,50€ und einem Caffè doppio für 1,80€ stärke ich mich trotzdem noch. Und noch zwei Dinge:

Es gibt sie noch: Roma, großes „R“ kleine „OMA“!

Als ich weiter fahre sitzen zwei ältere Herren vor dem Haus und ich grüße dann immer freundlich. Manchmal höre ich als freundliche Erwiederung „Salve“ , aber heute klingt mir doch tatsächlich „ciao bello“ hinterher! Und ich muss lauthals lachen!

So erreiche ich Melito di Porto auf einsamer SS 106

über noch so große Brücken unter denen kein Wasser mehr fließt

Melito di Porto Salvo ca 16:45.


Edmondo zeigt mir mein kleines Zimmer im EG der Villa sul mare.

Für WLAN muss ich auf die Terrasse, wo auch gefrühstückt wird.
Er erklärt mit dass es zu Ehren von Garibaldi ein Museum gibt und dass hier der südlichste Punkt Italiens liegt. Die Gegend ist voller Zeugen der früher griechischen Besiedlung. Aber das ist Thema für morgen.

Zuerst geht’s ins Meer!


Abendessen gibt’s in der von Edmondo empfohlenen Strandbar

– 6 Gänge incl Nachtisch und fast alles aus dem Meer! Dass laut fetzige Musik läuft, ist hier üblich. Das Essen ist suuuuper, ich könnte das nicht zubereiten und so bin ich sehr, sehr zufrieden.


Deshalb gibt’s auch noch einen Amaro, mein Grappa ist eh leer.
Andiamo a casa!
Beim Bezahlen gibt eine der Bedienungen zu, dass sie eine Freundin hat, Berlinerin, die jetzt in München lebt. Ich bekomme noch einen nach Lakritze schmeckenden Amaro – also jetzt müssen die Vongole und Cozze dann doch Ruhe geben. Am besten schmeckten mir die Polpette aus Schwertfischfleisch, gefüllt mit?
Der gegarte kalte Fisch, auch wenn es ähnlich wie Tunfisch sein sollte hat mir nicht so gut geschmeckt, war eigentlich fad gegenüber allem anderen.

Und nachdem ich mit dem Tagebuch jetzt fertig bin, denke ich, dass die Muscheln keine Probleme bereiten.

Übrigens, Tipp von der Bedienung heute Abend: mit der Fähre von Palermo nach Genua, das ist wohl nur eine Nacht! „On viendras“ würden die Fußballweltmeister sagen! – Man wird sehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.