1. Rückreisetag am 18.07.

Ich hatte fast die ganze Nacht das Licht brennen. Erst als ich um 4 Uhr wach wurde hab ich es aus gemacht. Um 7 Uhr  hab ich dann erstmal den gestrigen Bericht ergänzt und hab vorsichtshalber eine Patatine -Tortillia, mit „Speck“. gegessen. Das hätte ich aber gar nicht gebraucht. Es gab 2 Cappuccino, ein Cornetto, Joghurt, Nektarine und kleine Brötchen. Letztere hab ich nur probiert, satt war ich schon.
Ich packe meine sieben Sachen und bin um 9:10 am Fährhafen. Die 9 Uhr Fähre ist noch da, aber da weißt man mich ab. „Per Santa Lucia“ wird mir gesagt.

Ich verstehe das so, dass ich auf das falsche Schiff wollte. ABER: Als meine Fähre da ist passiert das gleiche und man erklärt mir, dass ich 12 km nördlich, von Villa San Giovanni aus übersetzen muss. „Ich solle auf der Autostrada, der Autobahn, 12 km nördlich fahren“, sagt er, wohlwissend, dass Radfahren auch in Italien verboten ist. Nachdem ich mir mein Geld zurück geben ließ, mache ich mich auf den Weg, aber heute ohne Raddress. Ich bin froh, dass es den „normalen Weg“ zur Fähre auch gibt,

denn die Autostrada führt über eine lange und ganz schön steile Brücke.

Unterwegs stifte ich in einer Dorfkirche eine elektrische Kerze.

Als die Fähre 11:15 ankommt

ist erstaunlich, wie viele Fahrzeuge auf die beiden Decks passen. Maximal 4,50 m dürfen die Fahrzeuge hoch sein. Und 11:25 legen wir schon ab – für 3€ 😊!

Die Überfahrt ist kurz und kaum ist man vom Wind umtost beim Fotoshooting,

dann geht’s zurück zum E-Bike und rasch raus aus dem Schiff, denn Fußgänger und Zweiräder zuerst.

Die Biglietteria für Fußgänger Caronte&Tourist am Ankunftshafen hat keine Ahnung. Aber der Kollege an der Biglietteria für Fahrzeuge weißt mir dann den Weg zum anderen Hafen. Das finde ich auch gut, aber da ist das Tor zu. Ich bin etwas ratlos, bis zwei Männer kommen, die das Tor zur Seite schieben, es war nicht zugeschlossen. Ich soll doch den Wachmann fragen und ermuntern mich herein zu kommen.

Der Wachmann erklärt mir dann dass es um 22 Uhr los geht und dass ich das Ticket auf meine Reservierung an der hiesigen Biglietteria dann bekomme. Darauf verlasse ich mich jetzt.
Auf dem Weg in die Stadt finde ich eine gut besetzte „Spaghetteria“. Die haben feste Menüs und Tagesessen. Mit der Zeit kapiere ich das. Ich bestelle mir „Menü Messina“ mit Getränk und Caffè 5€. Das Menü besteht aus zwei Teilen:
Aus „Arancino“

und „Pitone“.


  • Weil es hier WLAN gibt, bestelle ich noch 1 Wasser und 1 Viertel Rotwein!  Das konsumiere ich, bis die Fotos von gestern im Tagebuch hochgeladen sind. Die Rechnung für alles zusammen 7€ ! Ich kann es nicht fassen.
    Ich fahre noch ein bischen dem Hafen entlang um einiges zu fotografieren,

bis mir die Kirche wieder einfällt, die mir schon vom Schiff aus ins Auge gesprungen ist. Ich finde den Weg da hoch gut und die Aussicht auf die Meerenge, die Straße von Messina ist gigantisch schön, gerade am Nachmittag mit der Sonne im Rücken.

Christo Re heißt die Kirche und der Campanile ist der Turm eines früheren Castello.

Zum Glück gibt’s auch noch eine Bar, denn seit dem Caffè bei der Spaghetteria hab ich ein komisches Gefühl im Magen. Aber der Fernet Branca richtet das wieder. So jetzt hab ich noch 5 Stunden frei bis zum Abendessen. Mal sehen, was ich so machen kann.
Ich bleibe fast bis 18 Uhr hier oben, es geht ein Wind, es hat Schatten und in der Straße von Messina bzw im Hafen tut sich viel.

Ich finde Messina viel angenehmer, auch sauberer als Reggio C.  Ich hab mir in Salerno in Bahnhofsnähe ein „Haus mit Waschmaschine“ gebucht. Ich werde dort um 15 Uhr von Matteo erwartet. Ich hoffe, dass ich dann schon die Fahrkarten für die Rückreise in der Tasche habe.
Nach dem Erlebnis heute Morgen bin ich verunsichert, ob alles klappt. Insofern bin ich jetzt unruhig, bis ich auf der Fähre bin.

Auf dem Weg in die Stadt zurück, fahre ich kreuz und quer durch ruhige Wohnstraßen? in denen es sauber – wie lange nicht mehr gesehen – ist. In einem Supermarkt nehme ich mir noch eine Flasche Wein mit – man weiß ja nie!

Damit ich endlich mal wieder auf eine Toilette komme trinke ich erst mal in eine Bar.

Dort gibt’s für mich einen Caffè freddo mit Sahne für 1,60 und bekomme dazu noch Wasser. So kurz vor Einbruch der Dämmerung schaue ich mich noch ein bischen um: die alte Kirche aus der Zeit der Normannen

fiel mir heute Morgen schon auf und unweit davon ist der Dom mit der prächtigen Marmorfassade.

Er ist beleuchtet, aber bei Tag wäre es leichter gewesen Fotos zu machen. Auch der Brunnen auf dem riesigen Platz ist sehr schön.

Mir fallen zwei Fahrräder auf, von denen eines sehr schwer bepackt ist.
Als ich die jungen Leute anspreche, stellen sie sich als Weltenbummler aus Australien vor. Veronika und Ihr Freund sind höchstens Mitte 20 und starteten in Frankreich, waren schon in Spanien, Portugal, Korsika und Sardinien. Seit 2 Wochen touren sie durch Sizilien. Und auf die Frage, wie viele Tage sie von Palermo hier her unterwegs waren, können sie mir nichts sagen.
Jedenfalls wollen die beiden auch auf die Fähre nach Salerno. Weil man mir mittags sagte, dass ab 22 Uhr das Schiff da wäre, fahren wir nach einem gemeinsamen Snack – ich Bier mit Pommes rot/weiß für 3,50€ – zum Fährhafen. Er hat nur vorn Licht am Fahrrad, das aber von der Isomatte fast verdeckt ist, sie hat kein Licht. Insofern war mein Licht von hinten ganz nützlich.
Wir bekommen unsere Tickets problemlos und kurz vor 22:30 läuft auch das Schiff ein.

Aber bis das Schiff ganz leer ist und auch der letzte Sattelzugaufleger heraus gezogen ist, dauert es fast 90 min und ich bin um eine Erfahrung reicher. Unsere drei Räder werden nebeneinander gestellt und seefest verzerrt.

Wir melden uns auf Deck 5. Veronica aus Melbourne und ihr Freund Tai haben eine Kabine und verabschieden sich so gegen 0:20 Uhr. Ich suche mir im Restaurant einen Platz neben der Steckdose, denn die Powerbank und ein Akku sind total leer. Und meiner machst auch nicht mehr lange. Aber den Tipp von Veronica, Tickets online bei Trenitalia zu buchen, das probiere ich auf dem Schiff, wenn es geht, dann spare ich in Salerno einige Zeit.

One Reply to “1. Rückreisetag am 18.07.”

  1. Deine Heimreise scheint mir nochmals eine Abenteuer zu werden. Hoffentlich kannst Du auf dem Schiff irgendwie schlafen. In Salerno hast Du ja ein Hotel zum regenerieren danach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.