34. Etappe am 17.07.

Ab heute geht’s heimwärts, denn ich bin am südlichsten Punkt Italiens – der Stiefelspitze angekommen. Klar liegt Sizilien noch südlicher.
Meine Gefühswelt ist nur voller Dankbarkeit, dass ich das erleben durfte und hoffentlich bald gesund, ja sogar  gesundheitlich besser ankomme, als ich los gefahren bin. Von der Hautfarbe will ich gar nicht reden!
Es hat heute zwar ein paar Wellen mehr als in den letzten Tagen, aber daran kann es nicht liegen, dass ich alleine im Meer schwimme.

Das Bad tut gut! Eduardo hat es mit dem internationalen Frühstück aber sehr gut gemeint mit mir.

Viel Wurst und viel Obst, Fruchtsaft, Cappuccino, Caffè und zwei Brioche.

Wer da nicht satt ist, ist selbst schuld. Und schon kontrolliert wieder ein Flugzeug die Küste. Bisher waren es meist dunkle oder weiße Hubschrauber, heute sehe ich erstmals ein ganz tief fliegendes, gelbes Wasserflugzeug. Für Edmondo ist es nichts besonderes, er erlebt das wohl täglich.
Am südlichsten Punkt Italiens sieht es so aus, als wäre da mal ein Schild gewesen.

Der Felsen hinter den verlassenen Häusern von Pentidatillo erstrahlt in der Morgensonne,

als ich Melito di Porto Salvo über eine trockene Furt verlasse.
Heut fahre ich wie zuhause, mit Turbo, denn es sind ja keine 40 km heute bis zum Quartier in der Nähe des Hafens von Reggio di Calabria. Und heute bläst der Wind in Böen ganz schön heftig, deshalb tut die Motorleistung richtig gut. Die Wegführung war heute etwas anstrengender als gestern. Es geht immer wieder in die Dörfer und runter von der SS 106. Gleich zu Anfang, wird an einem Schornstein gegen Kohlekraftwerke demonstriert.

In einem Dorf sind entlang der Ortssdurchfahrt 10 – 15 alte Fahrräder aufgestellt, farbig lakiert und mit Plastikblumen verziert.

Beim Flughafen Reggio komme ich auch vorbei und kann am Ende der Landebahn den Start zweier Flugzeuge verfolgen.


Einmal lande ich auch in einer Sackgasse, die das Navi noch als durchgehenden Weg kennt: Privato, Tor verschlossen, also umkehren. Der kürzeste Weg zur anderen Route ist wieder so ein Loch unter der Bahnlinie. Leider muss ich das Rad die Treppe hoch tragen. Aber nach so langer Fahrt und kurz vor dem Ziel hält mich auch das nicht auf. Was mich aber gewaltig aufgeregt hat, waren die 300 m als der holprige Weg aussah, als würde ich gerade über eine Müllkippe fahren und entsprechend war die Luft!
Das Zentrum von Reggio liegt an einem langgestreckten Hügel.

Es gibt sehr lange Straßen fast ohne Gefälle

und die Querstraße sind ordentlich steil, aber nicht so steil wie am Russian Hill in San Francisco. Eine solche Querverbindung ist Fußgängerzone und mit Transportbändern versehen.

Das sieht nur von weitem gut aus. In Wirklichkeit funktioniert mal nur der Talweg oder es sind beide Richtungen gesperrt. Ich habe auch den Eindruck, dass an Reparatur nicht gedacht ist.
Reggio hat noch viel schöne alte Bausubstanz.


Das Quartier in der Nähe des Hafens finde ich gut. Vor dem Haus in einem Hinterhof  (Adresse 1C) steht eine Bank im Schatten.

Ich lade das Rad ab und noch bevor ich klingele, buche ich für Donnerstag, 2:30 Uhr, die Fähre von Messina nach Salerno. Dann bin ich DO 11:30 in Salerno und brauche auch kein Quartier für kommende Nacht. Das ist nicht teuer als Deckpassagier ohne Kabine. Ich werde schon einen Platz finden.
Das B&B Centrale gibt mir im 1.OG ein Dreibettzimmer. Entsprechend geräumig ist es. Und das Rad steht im Flur zwischen Bad und Zimmer. Aber gepackt wird unten.
Der erste Weg führt zur Piazza del Populo, wo gerade nach dem Gemüsemarkt aufgeräumt wird.

Ich lande dann Lungomare und kann bei heftigem Wind nach Sizilien rüber schauen

und auf die Ankunft in Reggio C  ein Gläschen „Campari spritz“ trinken.


Weil der zweite Akku fürs Handy nicht aufgeladen war, muss ich ins Quartier zurück. Bei der zweiten Tour werde ich durstig, aber außer Bars gibt’s keinen normalen Lebensmittelladen. Das Hauptziel ist das Castello Aragonese, das mit dem heutigen Aussehenaus dem 16. Jh. stammt.

Aber auch der Dom ist prächtig.

Erst am Strand endlich steht ein Verkaufswagen, wo ich meinen Durst fürs erste löschen kann. Es ist ja auch Zeit fürs Abendessen.

Kunst gibt’s auch noch zu bestaunen.

Auf dem Weg zur Pizzeria fallen mir erst jetzt die riesigen Gummibäume auf, die im Abstand von  40 – 50 m die Häuserfront gegen die 4-spurige Hauptstraße abschirmen.

Ich würde jetzt gerne wissen, wie alt die Bäume sind bis sie solche Dimensionen erreichen.
Die Pizza ‚mare nostrum‘ und der Salat ‚mediteraneo‘ waren sehr lecker, aber die Bedienung war katastrophal. Irgendwie kam der Betrieb durcheinander, als man mit Regen rechnete und alle freien Tische abräumte. Ich saß bestimmt 20 min rum, mein Kellner war verschwunden und die beiden anderen ignorierten mich.
Die Rechnung brachte man mir dann schon. Ich hätte eigentlich noch gern was getrunken, aber machte mich dann auf den Heimweg, die ersten Bordsteinschwalben fingen auch schon zu arbeiten an und wer weiß, was da später noch los ist!
Und morgen beginnt der richtige Heimweg! 😊

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