2. Rückreisetag am 19.07.

Das Ablegen war auf 2:30 terminiert, das Bording sollte spätestens 2 Stunden vor Abfahrt beendet sein. Und keine halbe Stunde,  nachdem ich mich von den Australiern verabschiedet habe, scheint  sich das Schiff zu bewegen, läuft aber nicht aus?

Das war eine optische Täuschung durch die Lichter eines einlaufenden Schiffes. Der Bug backbord ist noch vertäut. Um 1:15 wird im Nebenraum ein Essen serviert, Pasta und Salat sehe ich jedenfalls und Getränke, ca. 20 Personen an 11 Tischen. Es kommen noch einige dazu und viele kennen und begrüßen sich, vermutlich alles Trucker. Noch eine gute halbe Stunde, dann müsste die Fähre auslaufen!
Und tatsächlich so kurz vor 2:30 höre ich wie die Trommeln laufen um die Taue einzuholen, mit denen das Schiff fest gemacht war. Und dann geht’s los. Es ist ganz ruhige See und alles ist angenehm, bis auf die Temperatur im Restaurant.
Ich höre noch eine Weile Musik über YouTube und hänge über den Tisch im Restaurant. Noch immer kommen einzelne Herren zum Essen. Und dann sind wir 5 Personen ohne Kabine allein. Die Trucker werden sicherlich im Trucker schlafen und alle anderen haben Kabinen gebucht.
Ich lege mich dann auf die gepolsterte Sitzbank mit der einen Packtasche als Kopfkissen und meiner Umhängetasche als Übergang vom Polster zur Tasche.
So 2 1/2 Stunden habe ich sicher geschlafen. Wenn da nicht noch jemand den Boden im Restaurant sauber gemacht hätte, wäre ich wohl schneller eingeschlafen.
Etwa 20 min vor 6 Uhr wache ich auf und realisiere, dass es draußen hell ist. Der Sonnenaufgang ist steuerbord zu sehen. Weil der Teil des Restaurants auf der Steuerbordseite verschlossen ist, suche ich den Ausgang ins Freie. Ich komme gerade noch rechtzeitig, bevor die Sonne sich mit dem ersten Strahl über den über dem Meer liegenden Dunst erhebt.

 

Nach 10 min verschwindet die Sonne erst einmal wieder hinter dünnen Wolken.

Bis sie wieder scheint, ist es fast eine Stunde später. Der Sonnenaufgang war etwas nördlich von Cosenza, die Liparischen Inseln hab ich verschlafen, aber es war ja eh dunkel.
Es ist kühl im Restaurant, unangenehm kühl, draußen an Deck ist es angenehmer. Deshalb lass ich mich jetzt von der Sonne wärmen und suche einen Platz, wo ich keinen Fahrtwind abbekomme.
Ich wechsle noch mehrfach nach draußen in die Nähe des Retzungsbootes, es ist auch warm und der Fahrtwind hält sich in Grenzen.


Als Frühstück nehme ich 2 Cappuccino und ein Cornetto chioccolato. Tai & Veronika frühstücken das gebuchte Frühstück und sind schwer enttäuscht. Ich gebe Ihnen eine Visitenkarte, vielleicht kann ich den beiden ja mal behilflich sein, wenn sie mal wieder in der Nähe sind. Sie fahren demnächst von Neapel nach Bari um mit einem Frachter nach Albanien zu reisen. Sie müssen sich jetzt 90 Tage außerhalb des Schengen – Raums aufhalten, dann können Sie wieder in die EU einreisen.
Wir sind begeistert vom Anblick der Amalfiküste.


Das Ausladen der Fähre in Salerno geht schnell, es sind auch viel weniger Laster mit übergesetzt. Kurz hinter dem Hafen trinken die beide noch richtigen Kaffee, der auf dem Schiff muss fürchterlich gewesen sein und mich haben sie kurzerhand eingeladen.
Vielleicht sehen wir uns ja morgen nochmals an der Amalfiküste. Bei meinem Weg zum Bahnhof schaue ich mich schon einmal im Zentrum um.

Bis auf die Hauptstraße, die Fußgängerzone ist, sind das alles ganz enge Gassen, auch der Dom ist richtig eingezwängt, kein Vergleich zu Messina.

Hinter dem Dom ist noch Markt, ein kleiner aber feiner.

Am Bahnhof klappt es mit Schwierigkeiten, dass ich Fahrkarten für die einzig funktionierende Zugverbindung nach Bologna. Aber Trenitalia lehnt es zweimal ab mir Tickets zu verkaufen und das Reisebüro am Bahnhof behauptet steif und fest, dass eine Fahrradmitnahme unmöglich wäre. Als ich Ihr die Zugverbindung nannte telenierte sie eine Weile um dann mit mir „Schwarzer Peter“ zu spielen: Ich soll das Ticket in Bologna erwerben.
Okay, dann geht’s jetzt halt nicht, auch wenn ich es nicht begreife.
Ich fahr weiter zur Casa Mariù, die ich auch gut finde. Ich warte auf Matteo und nasche von den Tomaten und dem Obst, das ich hinter den Dom an einem Marktstand für 2€ gekauft hab.
Ich werfe alle getragene Wäsche in die Waschmaschine mit Flüssigseife vom Waschbecken. Nach dem Wäsche aufhängen kauf ich noch bei Conad um die Ecke ein. Mitten im Laden werde ich auf mein E-Bike auf englisch von einem Herrn mittleren Alters angesprochen. Er hat auch ein E-Bike mit Boschmotor und ist auch sehr zufrieden. Er staunt Bauklötze als ich von dem bis hier her erzähle.
Na ja ich probiere es noch in einem zweiten Reisbüro und die erklärt mir, das der Zug 11:52 ab Bologna nach „Monaco“ ausgebucht sei. Auf die Frage an welchem Tag denn nicht alles ausgebucht ist, bekomme ich den Stuhl vor die Tür gestellt: ich soll mich am Info-Punkt am Bahnhof erkundigen. Im ersten Reisebüro wende ich mich an einen Herrn, der aber auch nicht weiter helfen kann und auch nicht interessiert ist, zu helfen.
Ich rufe als weitere Möglichkeit einfach bei Tanja Braun an, sie arbeitet morgen im Reisebüro und versucht mir zu helfen.

Na jetzt ist auch noch der Akku vom Handy leer – na ja, die Casa Mariù finde ich auch allein.
Mein eigener „Akku“ ist nach der kurzen Nacht und den enttäuschenden Versuchen, zu den Fahrkarten für die Rückreise zu kommen, auch nicht sonderlich gut. Vielleicht ist es ja nach einer Portion Spaghetti schon wieder besser.

Die Spaghetteria war echt super, die ersten Spaghetti carbonara auf der Speisekarte gesehen. Meine „Spaghetti gualanegna“ waren echt lecker. Die Kombination aus Oliven und Kapern werde ich mir merken.

Vielleicht geh ich da morgen nochmal hin: „Spaghetti carbonara“ gibt’s nämlich auch!  Veronica und Tai laden mich ein zu ihnen morgen zu fahren, aber da ich ja nach Salerno zurück muss, ist der Vorschlag gut gedacht, aber für mich nicht möglich dem zu folgen.

Der Heimweg ist einfach und nach der Arbeit am Tagebuch geht es ins Bett.

One Reply to “2. Rückreisetag am 19.07.”

  1. Guten Morgen Papa, ein Zugticket mit Fahrradmitnahme in Italien zu bekommen scheint ja voll kompliziert zu sein. Was ist da los mit den Italienern? Ich drück dir die Daumen, dass du heute keine Schwierigkeiten mehr hast.

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