6. Rückreisetag am 23.07.

Um 6 Uhr wecken mich die Kirchenglocken von Jenbach.

Im Haus war es in der Nach truhig und auch jetzt. Das Bett war unglaublich tief, die Matratze weich, das ist völlig aus der Zeit und hier wollte ich keinen ganzen Urlaub verbringen. In Italien hatten sie fast durchweg die hohen Boxspringbetten, mit denen kam ich gut klar.
Und eigentlich ist mir das auch Wurst, doch mit Krämpfen in beiden Oberschenkeln lässt es sich eh schwer aufstehen, aber aus so einem niedrigen Bett ganz besonders.
Da sollte ich für den Heimweg vielleicht Bananen kaufen?
Ich schau nochmal im Internet nach den Zugverbindungen von hier nach Tübingen.
Also entweder ich bekomme die schnelle Verbindung um 10:09 oder ich fahre einfach nach München bei nächster Gelegenheit und fahre dort mit dem Nahverkehr nach Tübingen.
Hildes Pension ist durchweg mit Jagdtrophäen „verziert“, das ist draußen so und auch auf den Fluren im Haus!


Das Frühstück ist reichlich, der Kaffee lau und die Kaisersemmel kann man essen. Beim Frühstück lerne ich ein Ehepaar, beide Ende vierzig, kennen. Sie stammen aus Dresden und wohnen jetzt zwischen Meißen und Dresden. Ihr Urlaub fängt erst an.
Nach dem Frühstück packe ich zusammen, leg alles bereit und fahre ohne Gepäck zum Bahnhof.
Jenbach hat drei Bahnhöfe: ÖBB, Zillertalbahn und Achenseebahn.


Bei der ÖBB ist ein Schalter frei und – oh Wunder – ich bekomme Fahrkarten für die schnelle Verbindung ab Jenbach um 10:09.
Ich fahr nochmal zur Hilde und bezahle 26 € für die Nacht bar cash ohne Quittung.
Am Bahnhof treffe ich auf zwei Jugendliche, die mit dem Zug nach Villach fahren und von dort aus mit dem Rad nach Slowenien in den Urlaub fahren.
Das Umsteigen in Kufstein ist ein Klacks. Auf dem Bahnsteig 1 einfach 200 m fahren, am Bahnhof vorbei, da ist am gleichen Bahnsteig Gleis 11.
Mir gegenüber sitzen auch Radtouristen, Ein Ehepaar, sicherlich 10 Jahre jünger als ich, aus Hessen, die SA noch vor dem Streik von Bsssano di Grappa auf den Brenner „flüchten“ konnten. Die wurden SA auf der Abfahrt ins Hotel nach Gries schon nass. Auch am SO auf der Fahrt über Innsbruck  nach Kufstein wurden sie nass. Man merkt, dass es erfahrene Radtouristen sind. Er schwärmt von der Durchquerung der Britischen Insel und wünscht sich als nächstes die Durchquerung von Irland von Südwest nach Nordost.
Zwischen Rosenheim und München rufe ich in Westerham an,  dass ich jetzt endgültig auf dem Heimweg bin. Da die Verbindung zweimal abreißt, verabreden wir ein Gespräch in München.
Bis das Rad verstaut ist, eine Leberkas – Semml gegessen fährt der Zug schon wieder aus München ab, als ich in Westerham anrufe. Die Verbindung ist hinter Pasing wieder schwach und wir verabreden uns jetzt von Tübingen aus anzurufen.
In Ausburg trinke ich das erste Hefeweizen seit vielen Wochen und es schmeckt noch immer.


Der Zug ist ohne Gedränge, am vollsten ist am Zugende in Wagen 5, wo halt alle Radler sitzen und auch noch andere. Ich  muss jetzt mal Siesta machen!


In Ulm fahren wir mit 5 min Verspätung ab, das klappt in Plochingen bestimmt planmäßig!
Die Bahn macht es aber spannend, weil wir in Geislingen wg einer Signalstörung sicher mehr als 15 min nicht weiter kommen. Schließlich klappt es gerade noch so. Ich stand bestimmt keine zwei Minuten auf dem Bahnsteig auf Gleis 9 und dann war der RE nach Tübingen da.

Ein spezielles Anteil für Räder hab ich mich gesehen und es ist mir auch ganz egal. Im Doppelstockwaggon unten stelle ich das Rad in Fahrtrichtung gesehen vor die linke Türe, so dass alle rechts gut vorbei kommen. Beim Einstieg ergab sich ein Gespräch mit einer Frau mittleren Alters, der ich die Story meiner Reise erzählte. Sie sitzt und ich stehe von Plochingen bis Tübingen und das macht ja auch gar nichts, gesessen bin ich heute schon lange genug. Die Frau war sehr angetan von der Dimension meiner Unternehmung und hat viel gefragt. Wir verabschieden uns dann am Bahnhof und ich fahre langsam und genussvoll vom Bahnhof in die Hegelstraße und unterquere die Bahn. Ab dem Epple-Haus geht es durch die Karlstraße in die Stadt, über die Neckarbrücke, die Mühlstraße hoch zur Wilhelmstraße, über die Brunnenstraße weiter dem Österberg entlang nach Lustnau. Im Auele mache ich zur Ankunft die letzten zwei Fotos meinerTraumreise.


Dann geht’s über die Nürtingerstr., Dorfstraße, Steige und Friedhofstraße vollends nach Hause.

Hausschlüssel hatte ich keine mitgenommen, ich muss klingeln. Ich sehe es Elke an, wie erleichtert sie über meine Ankunft ist.
Mit Claudia, den Enkeln und Marion kann ich telefonieren und wir verabreden uns, uns diese Woche noch zu sehen.
Außer Auspacken passiert nicht mehr viel. Ich wollte eigentlich grillen, aber beide Gasflaschen sind leer. Also gibt’s ein Rindersteak aus der Pfanne mit Salat und einem Fläschle Weißburgunder aus dem Markgräfler Land.


Auch morgen übernehme ich das Kochen.

Es war ein Traum, der Wirklichkeit wurde und nun bin ich glücklich, dankbar und zufrieden mit der Welt. Gott sei Dank! Und meine eigenen Reiseandenken sind steinhart!!

Irgendwann fällt mir auf, dass im Kino „Museum“ der Film „Zuhause ist es am Schönsten“ läuft. Den möchte ich mir noch anschauen.

 

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